Einsamkeit kann das Leben verkürzen. Daten, über die kaum jemand spricht

Bei „Unsere Zukunft" Dr. Marcin Korecki: die Anwesenheit einer zweiten Person im Haus konnte die Überlebenschance im Notfall bis zu verdreifachen. Bildungsmaterial.

Marcin Korecki

Du kaufst die beste Trainingsmatte, misst den Schlaf mit der Uhr, liest über Supplemente. Und ein Faktor, der in den Daten mehr wiegen kann als manches davon, kostet keinen Cent und lässt sich nicht liefern. Das ist eine zweite Person im Haus. In der Folge von „Unsere Zukunft" auf pp.tv nennt Dr. Marcin Korecki Statistiken, die Einsamkeit in die Reihe realer gesundheitlicher Risikofaktoren stellen.

Bei Common Roots schauen wir ganzheitlich auf den Menschen — nicht nur auf Mitochondrien und Puls, sondern auch darauf, wer daneben ist. Denn das Fundament der Gesundheit endet nicht an der Haut.

Die Zahl, die innehalten lässt

Der Moderator zitiert Daten, die ihn einst überraschten. Die Risikoeinschätzung für einen schweren Zustand oder Tod bei älteren Menschen hing unter anderem von einer Sache ab: ob der Mensch allein lebt oder jemanden hat, der wenigstens regelmäßig Kontakt hält.

"Die Überlebenschance bei akuten Zuständen — im Hinblick auf die Anwesenheit einer zweiten oder dritten Person im Haushalt — stieg sogar auf das Dreifache und mehr."

Der Mechanismus ist einfach und brutal. Bei einer plötzlichen Verschlechterung — Sturz, Kollaps, Herzinfarkt — zählen Minuten. Jemand daneben ruft Hilfe. Ein einsamer Mensch hat oft niemanden. Das ist keine Mystik „guter Energie". Das ist die Logistik der Lebensrettung.

Zerbrochene Familien, verschwundener Schutz

Das Gespräch geht weiter und nennt das Kind beim Namen: Zerfall der Familien, Zerbrechen von Partnerschaften, Verschwinden der Mehrgenerationenfamilie. Früher, als die Medizin nicht auf heutigem Niveau war, erfüllten genau diese Konstellationen — mehrere Generationen unter einem Dach, Nahe in Reichweite — die Funktion eines stillen Schutzes. Sie garantierten zumindest eines: dass, wenn jemandem etwas Schlimmes zustößt und er allein nicht zurechtkommt, jemand Hilfe ruft.

Dieser Schutz ist weitgehend verschwunden. Aber — und das ist ein wichtiger, nicht pessimistischer Schluss der Folge — Systeme, die wahrscheinlich nicht zurückkehren, kann man nicht so sehr wiederherstellen, sondern durch andere ersetzen. Es geht darum, bewusst für einen sozialen Schutz zu sorgen: dafür, nicht im Leeren zu hängen. Selbst wer keine Familie und keine engen Kontakte hat, sollte das als Gesundheitsfaktor rechnen — nicht als „Privatsache" losgelöst vom Körper.

Gesundheit vergeht dort, wo der Mensch vergeht

In dieser Folge fällt noch eine leisere Beobachtung. In der heutigen Medizin „vergeht" der individuelle Zugang zum Menschen „in all dem". Es gibt Rituale und Schemata des Vorgehens bei bestimmten Symptomen. Und wie ein Mensch schläft, was er isst, welche familiären Beziehungen er hat — spielt keine Rolle. Es interessiert niemanden.

Dabei entscheiden genau diese Dinge, wie der Moderator betont, mit darüber, ob wir gesund oder krank sind. Ein Mensch ohne Beziehungen, ohne soziale Kontakte ist kein „gleichgültiger Fall" — es ist ein wichtiges Signal, das jeder, der jemanden bei der Genesung begleitet, berücksichtigen sollte. Gesundheit ist nicht nur Chemie im Blut. Es ist auch das Netz, in dem diese Chemie funktioniert.

Was das für dich bedeutet

Das ist kein Aufruf „gründe eine Mehrgenerationenfamilie". Es ist eine Einladung, Beziehungen als Teil der Gesundheit zu rechnen — gleichrangig mit Schlaf, Bewegung und Ernährung. Wer ruft an, wenn es dir um drei Uhr nachts schlecht geht? Wie viele echte, nicht Bildschirm-Gespräche hast du in der Woche? Wer weiß, wie es dir wirklich geht? Das sind Fragen aus demselben Regal wie „wie viel schläfst du". Nur seltener gestellt.

Bei Common Roots lesen wir das Fundament des Menschen breit — auch seinen sozialen Schutz und die Art, wie er unter anderen lebt. Der Vitalitäts-Scan ist der erste, ehrliche Überblick: wo du stehst, was dich stärkt und was dich still schwächt. Auch dann, wenn es „nur" Einsamkeit ist.

Mach deinen Vitalitäts-Scan — wenige Minuten, Ergebnis sofort.

Die ganze Folge „Das Geheimnis der Langlebigkeit" siehst du auf dem Kanal pp.tv, in der Reihe „Unsere Zukunft". Das Programm führt Dr. Marcin Korecki, Gast war ein Heilpraktiker.

Bildungsmaterial auf Basis des Gesprächs in der Sendung. Die zitierten Statistiken sind allgemeiner und illustrativer Natur, keine medizinische Beratung oder Diagnose. Der Vitalitäts-Scan ist ein Bildungswerkzeug. Bei Symptomen, Krise oder Einsamkeitsgefühl wende dich an einen Arzt oder Fachmann; bei Lebensgefahr wähle den Notruf 112.